Peter Lauber Architekten AG
Essay
Wenn man alle Fehler, die man machen kann, auf einen Haufen stapeln würde, würde zuletzt ein Haus stehen; dies eine Aussage eines arg gefrusteten Eigenheimbesitzers. Wie wir aber wissen, machen bekanntlich alle Menschen gleich viele Fehler. Während die Dummen immer wieder den oder die gleichen machen, überbieten sich die Schlauen mit immer wieder neuen. Ja, das Bauen ist kommblitzirrter geworden. Auf der Baustelle sinkt die Qualität der Arbeit in Folge der tiefen Preise mit stagnierenden oder tieferen Löhnen und demzufolge schlecht ausgebildetem oder kaum motiviertem Personal. Auf der anderen Seite fordert gerade die Gesetzgebung und die Bauherrschaft meist zu Recht hohe und immer höhere (Qualitäts-) Ansprüche, v.a. in Bezug auf die Energiever(sch)wendung, die Gesundheit und die Sicherheit. Und in diesem Spagat steht der Architekt und der Bauleiter seinen Mann - oder eben nicht. So sind Wissen (Aus- und Weiterbildung) und Erfahrung nötig aber beides wirkt sich dann erst aus, wenn es auch eingesetzt wird. Wenn Wünsche der Bauherrschaften und berechtigte Forderungen der Gesetzgebung beim Architekten bereits gelebte Routine sind dann ist er der Zeit voraus.
 
Gerade bei den Architekten und Ingenieuren lassen sich fast nach Belieben Abkürzungen nehmen und deren Honorare rechtfertigen sich oft nicht in ihrer, sondern auch in der Arbeit der anderen oder eben nicht.
 
Ein Beispiel, die Kosten: Teurere Lösungen sind oft einfacher zu planen, man müht sich nicht mit Varianten und Alternativen ab, und minimiert das Risiko, Fehler zu machen aber auf Kosten der Bauherrschaft.
 
Ein weiteres Beispiel, die Ästhetik: Man kann auch einfach zufrieden sein, was da an Gebäude von sich aus entsteht. Oder man kann die Meinung von Heimatschutz und Denkmalpflege einholen und 1:1 verwirklichen. Oder man kann die Vorstellung der Bauherrschaft abzubilden versuchen. Oder schlicht und einfach die Allüren des Architekten in ein Denkmal (!) verwandeln. Als weitere Variante bietet sich vor allem in der Detaillösung an, einfach die Vorschläge der Unternehmer anzuwenden, dies nach dem Motto: Das haben wir schon immer so gemacht. - Mann, wäre das Leben aber langweilig, und die Landschaft öde!
 
Der Architekt schöpft aus der Vergangenheit und baut für die Zukunft. So sollte das Ziel sein, heute das zu planen und zu bauen, was sich in 10 oder 20 Jahren als richtig bestätigt. Hier geht es um Ästhetik (was wird uns in 10 Jahren gefallen, was war Modegag und was war schon damals fast veraltet?), um Finanzen (Mann, haben wir gut investiert!) und um Konstruktionen (ich würde noch einmal so), aber auch um Gesundheit (Licht, Luft, Behaglichkeit, Schutz vor krankmachenden Immissionen etc.) und um den zunehmend wichtigen Aspekt Sicherheit (Erdbeben, Brand- und Einbruchschutz und Behaglichkeit).
Peter Lauber Architekten AG
Dornhaldestrasse 7
CH-3627 Heimberg